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Eine neue Zeitrechnung beginnt

Der japanische Kaiser Tenno Akihito dankt am 30. April ab. Kronprinz Naruhito wird dann am folgenden Tag den Chrysanthementhron besteigen. Mit einem neuen Tenno erfolgt in Japan auch eine neue Zeitrechnung. Denn neben unserem gregorianischen Kalender verwenden die Japaner Äranamen, auch Jahresdivisen genannt. Die Ankündigung der neuen Epoche hat bereits jetzt ungeahnte Auswirkungen.

Nengou und Gengou

So werden die Äranamen bzw. Jahresdivisen genannt. Sie beginnen zur Amtszeit eines neuen Tenno und zählen die Jahre, die er an der Macht ist. Die Jahresdivise, die noch bis zum 30. Mai gilt, ist Heisei.
Heisei bedeutet Frieden überall und begann 1989. Damit endet diese Ära im Jahr 31.
Diese Zeitrechnung ist für Austauschstudenten manchmal eine echte Stolperfalle. Denn auf offiziellen Dokumenten wird sehr oft die japanische Zeitrechnung verwendet. Wenn man als Ausländer dann sein Geburtsdatum angeben muss, geht das Gerechne oder Gegoogle los. Ich wurde zum Beispiel in Heisei fünf geboren (1993).

Das neue Zeitalter – Reiwa令和

Ab dem ersten Mai beginnt das erste Jahr von Reiwa.  Dieser Name wurde von einer neunköpfigen Gruppe aus einer langen Liste ausgewählt.
Das Rei 令 bedeutet  im heutigen japanischen Sprachgebrauch Dekret oder Befehl. Das Wa 和 bedeutet Frieden aber auch japanisch. Das sorgte kurz für Verwirrung, was die neue Jahresdivise genau bedeuten soll.

Der Name leitet sich aus dem „Gedicht der Pflaume“ ab:
時に、初春の月にして、気淑く風ぎ梅は鏡前の粉を披き、蘭は珮後の香を薫す
toki ni shoshun no reigetsu nishite kiyoku kazeyawara gi ume wa kyouzen no ko o hiraki ran wa haiga no kou o kaorasu

Es ist Frühlingsbeginn, ein guter Monat, wenn die Luft klar und der Wind sanft ist. Die Pflaumenblüten erblühen, wie das Weiß einer Schönheit vor dem Spiegel, der Duft der Orchideen dick wie Weihrauch.

Reiwa steht demnach für eine sanfte, friedliche Zeit.

Bruch mit der Tradition

Das Gedicht der Plaume stammt aus dem Manyoushu, der ältesten Gedichtsammlung Japans. Damit stammt das neue Motto für die Epoche zum allerersten Mal aus einer japanischen Quelle. Früher wurden chinesische Klassiker zu Rate gezogen. Dieser Bruch soll laut Premierminister Shinzo Abe für die lange Geschichte Japans stehen und dass sich die Menschen für die Entwicklung der japanischen Kultur einsetzen.

Ungeahnte Auswirkungen

Zum einen können sich Japans Verlage freuen. Die modernisierten Versionen des Manyoshu werden ihnen praktisch aus den Händen gerissen. Aber die Entwicklung, mit der vorher wirklich niemand gerechnet hatte, war der Besucheransturm auf einer australischen Webseite.

Das Immobilienunternehmen, das doch ein ganzes Stück weit weg von Japan liegt, hatte einen riesigen Traffic-Zuwachs aus Asien. 70 Prozent der Seitenaufrufe stammten aus Japan.
Warum? Die Firma heißt Reiwa und ihre Webseite reiwa.com.
Der Reiwa-Chef Neville Pozzi will die Gelegenheit gleich nutzen  und hofft ausländische Investoren ins Land locken zu können.

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